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Der kleine Auslands-Knigge 2100
mit einem Grußwort von: Prof. Dr. Aad van Mourik, Dekan cbs Köln

ISBN: 978-3-8334-1306-9 Libri Books on Demand, 9,70 €

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Rhetorik ist Silber

ISBN 978-3-8330-1024-8. Libri Books on Demand, 15,90 €

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Auszug aus dem Buch

Unwörter

Streichen Sie das Wort ‚eigentlich’, sonst sagt wieder einer,
ich würde mir ein Hintertürchen offen lassen
Roman Herzog, dt. Präsident
(* 1934)


‚eigentlich’ heißt ‚eigentlich nicht’

Natürlich ist kein Wort ‚schlecht’ oder ‚gut’. Allerdings beeinflussen (verständlicherweise) Wörter den Zuhörer. Manche Wörter werden als ‚ungut’ abgelegt (zum Beispiel wie das Wort Körpergeruch), andere Wörter erzeugen eher einen angenehmen Effekt (wie das Wort Duft). Vergleichen Sie hierzu die Ausführungen zur affektiven Bedeutung eines Wortes.

Die ‚bösen’ Unwörter

Bezeichnen wir im Folgenden einige Wörter, die in einer Präsentation nicht unbedingt etwas zu suchen haben, als Unwörter. Zu diesen zählen:

  • man/frau
--> „Man weiß ja, wie schwierig es ist, ...“
   
  • Wer ist man? Wird hier für die Anonymität gesprochen?
  --> Besser: „Der Betroffene ...“ oder „Ich ...“ oder „Die Kölner ...“
  • sollte/könnte/müsste
  --> „Sie sollten was tun.“
   
  • Sollten heißt nicht, dass der Betroffene es wirklich tun wird. Die anscheinend höfliche Form soll niemandem weh tun. Sie ist aber im Dialog nicht unbedingt im Sinne der Zielorientierung förderlich.
  --> Besser „Erledigen Sie bitte.“
  • eigentlich
  --> „Eigentlich finde ich das gut.“
   
  • Aber nur eigentlich. ‚Eigentlich’ bedeutet ‚eigentlich nicht’. Das Wort ‚eigentlich’ stellt eine Einschränkung dar, lässt also dem Sprecher noch ein Hintertürchen offen. In den meisten Fällen kann das Wort ‚eigentlich’ ersatzlos gestrichen werden.
     
  --> Besser: „Ich finde das gut.“ Ausnahme zum Wort: ‚Im eigentlichen Sinne’.
 
  • halt
  --> „Schauen Sie halt mal nach.“
 
   
  • Weswegen halt?
     
  --> Besser: „Schauen Sie bitte nach“.
 
  • eben/eben mal
  --> „Betrachten Sie sich eben mal die Unterlagen.“
   
  • Eben mal scheint eine kurze Zeitspanne zu signalisieren. Es wird demnach nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, in die Unterlagen zu sehen.
     
  --> Besser: „Betrachten Sie sich bitte jetzt die Unterlagen“.
 
  • irgendwie/irgendwann/irgendwo und vergleichbare Wörter
     
  --> „Irgendwie erscheint mir das komisch.“
 
  --> Besser: „Mir erscheint das komisch“.
 
  • also/so
     
  --> „Also lassen Sie uns weiterfahren.“
 
   
  • Das Wort ‚also’ zu Beginn eines Satzes scheint einen logischen Aufbau im Dialog fortzuführen. Tatsächlich lässt sich meistens der Satz im selben Sinne ohne dieses Wort bilden.
     
  --> Besser: „Lassen Sie uns fortfahren.“
 
Übrigens: In Deutschland wurde 1972 das Wort ‚Fräulein’ auf ministeriellen Anlass hin abgeschafft.


 
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