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Der kleine Bewerbungs-Knigge 2100
mit einem Grußwort von: Prof. Dr. Georg Simet, EUFH Brühl/Rheinland
ISBN: 978-38334-1307-0 Libri Books on Demand, 9,70 €
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Auszug aus dem Buch
„... zur vollsten Zufriedenheit ...“ - Zeugnissprache
Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten
2. Mose, 20.16
Voll, voller am vollsten
Aus rhetorischer und logischer Sicht kann ein Glas nicht voller sein als voll. Und schon gar nicht am vollsten. In der Zeugnissprache hingegen gibt es die Wörter voll, voller und am vollsten. Wird notiert: Er arbeitete zu unserer vollen Zufriedenheit bedeutet das, dass die gezeigte Leistung als nicht optimal angesehen wurde. Es müsste heißen: Er arbeitete zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Zeugnis-Codes
Gibt es die überhaupt noch?
Obwohl immer wieder behauptet wird, es gäbe keine Zeugnis-Codes mehr, halten sich hartnäckig Gerüchte, dass nach wie vor die eine oder andere versteckte Formulierung im Zeugnis zu finden ist.
Die uneingeschränkte Zufriedenheit wird ausgedrückt mit folgenden Formulierungen:
§ immer, voll und ganz, außerordentlich, allerbest, äußerst, vollst, stets, in jeder Hinsicht, und andere.
Leichte Einschränkungen lassen sich sofort erkennen durch:
§ volle Zufriedenheit, voller Anerkennung, auf beste Weise, und andere.
So könnte bedeuten (Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit):
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Code
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Bedeutung
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Er hat die Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt.
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Er war zwar eifrig, aber nicht besonders tüchtig.
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Er verfügt über Fachwissen.
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Er hat insgesamt wenig Ahnung.
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Er hat alle seine Fähigkeiten eingesetzt.
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Er hat nicht viel erreicht.
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Er zeigt gesundes Selbstvertrauen.
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Er redet sehr gerne - Er hat eine große Klappe.
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Er hat sich stets bemüht, die Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.
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Er bemühte sich zwar, sein Erfolg war eher mittelmäßig.
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Er bemühte sich um ein gutes Verhältnis zum Chef.
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Er bemühte sich zwar, war aber eher als Anpasser zu sehen.
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Er ist gut mit seinem Vorgesetzten zurecht gekommen.
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Er besitzt kein Durchsetzungsvermögen.
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Er ist gut mit seinen Kollegen klar gekommen.
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Er ist zwar mit seinen Kollegen klar gekommen, aber nicht mit Vorgesetzten und Mitarbeitern.
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Er ist gut mit seinen Mitarbeitern klar gekommen.
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Er hat sich mit seinen Mitarbeitern verbrüdert. Mit seinen Vorgesetzten kam er weniger gut klar.
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Er trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.
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Er machte viel dummes Zeug und vertrödelte die Arbeitszeit.
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Er war sehr gesellig.
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Er trank gerne.
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Er verlässt uns im gegenseitigen Einvernehmen.
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Wir haben ihm gekündigt.
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Er verlässt uns auf eigenen Wunsch.
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Wir haben nichts dagegen, dass uns verlässt.
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Er verlässt uns auf eigenen Wunsch, was wir bedauern.
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Wir bedauern tatsächlich, dass er uns verlässt.
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Übrigens:
Im Magazin ‚Assistenz 6/98’ schreibt ein Autor, dass er von ihm ausgestellte Zeugnisse mit folgendem Zusatz versehe:
„Dieses Zeugnis enthält keine verschlüsselten Hinweise ... Jede Interpretation im Sinne so genannter Unternehmercodes würde unsere Aussage verfälschen.“
Gute Idee, oder?
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